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	<title><![CDATA[domoVino]]></title>
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	<description><![CDATA[domoVino]]></description>
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		<title><![CDATA[Entdeckungen an der Rhône - 2. Teil: der Norden]]></title>
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		<pubDate>Mon, 06 Mai 2013 16:31:21 +0000</pubDate>
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			<description><![CDATA[<p><a href="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/05/P1140503.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-287" title="P1140503" src="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/05/P1140503-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Der 2. Teil der Découvertes en Vallée du Rhône fand an der nördlichen Rhône statt, unter den Basketballkörben der Sporthalle von Mauves stellten die Winzer von Saint-Joseph und Cornas ihre Produkte vor und in Tain l’Hermitage gab es Crozes-Hermitage und Hermitage zu verkosten. Am vierten Tag in Ampuis waren Côte-Rôtie und Condrieu am Start.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Mauves:</span></strong> das Tal der Schwefler! Auffällig viele Muster am Gemeinschaftstisch waren überschwefelt. Das gab es an anderen Veranstaltungsorten nicht. Auf der andren Seite gab es hier auch wirkliche Highligts:</p>
<p><strong>A. Clape, </strong><strong>2010 Cornas:</strong> dunkle Farbe. Würzige Syrahnase mit Tiefe. Ein Kraftpaket, wild, ungestüm und aromatisch. Ein großartiger und authentischer Charakterwein. 18,5+/20</p>
<p><strong>Domaine Courbis, </strong><strong>2011 Cornas „les Eygats“:</strong> dunkle Farbe. Tolle Würze, Holz, Tiefe. Hat Dampf, Tiefe und Komplexität. Toll! 17,5+. 3/13 und <strong>2011 Cornas „la Sabarotte“:</strong> recht viel Toast in der Nase. Ein Kraftpaket voller Klarheit, schönes Holz, lang, fein. 18. 3/13</p>
<p>Auffällig ist, dass viele der besten Saint-Joseph von in anderen AOC ansässigen Winzern kommen.</p>
<p><strong>Tain l’Hermitage:</strong> hier sitzen viele der großen Handelshäuser der Rhône. Lange Zeit waren diese Dinosaurier der Weinbranche auch qualitativ beherrschend. Inzwischen findet hier ein Wandel statt, kleine Winzer machen häufig die besseren Weine, vor allem in den AOC der zweiten Reihe wie Saint-Joseph und Crozes Hermitage.</p>
<p>Eine Entdeckung ist die <strong>Domaine des Bruyeres</strong> von <strong>David Reynaud</strong>, ein biodynamisch arbeitender Winzer mit Lagen in Crozes-Hermitage, Saint-Joseph und Cornas: <strong>2010 Crozes-Hermitage „entre ciel et terre“:</strong> tolle Syrah-Nase, grüner Pfeffer. Leichte Kohlensäure am Gaumen, lang, saftig. Ein  toller Wein völlig ohne Alterung, trotz schwefelfreier Abfüllung! 17,5. <strong>2011 Crozes-Hermitage „le Croix“:</strong> dunklere Farbe. Enorme Power, lang, saftig, ein gewaltiger Crozes in der Klasse vieler Hermitage und das für einen Bruchteil des Preises. 18. <strong>2011 Cornas „Rebelle“:</strong> dunklere Farbe. Tiefe in der Nase. Knallt am Gaumen, druckvoll, saftig und lang. Klasse! 18+. <strong>2011 Saint-Joseph 350m:</strong> dunklere Farbe. Süßgebäck, Heidelbeeren, Brombeeren. Modern, saftig, opulent, sehr gut! 17+.</p>
<p><strong>Nicolas Perrin</strong> – eine Kooperation der Familie Perrin von Chateau Beaucastel und Jaboulet: <strong>2010 Ermitage:</strong> Röstnoten, fleischig, dunkle Beeren. Gewaltige Konzentration am Gaumen, lang, komplex, blutjung. 18,5+. <strong>2011 Ermitage:</strong> geschmeidig und tief zugleich, tolle Feinheit, ein Hauch hinter dem 2010er. 18+.</p>
<p><strong>Jaboulet: 2010 Hermitage la Chapelle:</strong> leicht nach Rosinen in der Nase, Holz, wenig Toast. Druckvoll, komplex, schöne Tannine, Tiefgang mit Extraktsüße im Finale. 18+. Eher schwach hingegen der "Petit Chapelle 2010 und 2010 Hermitage blanc "Sterimberg".</p>
<p><strong>Ampuis:</strong> Hier fällt ähnliches auf wie in Tain, die großen schwächeln im Mittelfeld, vermutlich weil viele ehemalige Traubenlieferanten das beste Materail inzwischen selber vermarrkten. Natürlich sind die Topweine von Guigal großartig, nur ist der Mittelbau mit Hermitage, Crozes-Hermitag oder Condrieu (nicht der Doriane, der ist genial) eben recht banal. Das machen andere inzwischen erheblich besser. Noch schwächer die Weine von <strong>Chapoutier</strong>, das ist selbst im preislichen Ultra-Premium-Segment qualitativ nur Mittelklasse, die einfachen Weine des Hauses sind völlig uninspirierend, ebenso wie der dort vorgestellte 2000er Côte-Rôtie la Mordoree, ein sehr teurer gebrechlicher alter Wein, der seine beste Zeit klar hinter sich hatte. Was als desustatorischer Beweis für die Haltbarkeit gedacht war, ging ziemlich nach hinten los.</p>
<p><strong>Domaine Bonserine:</strong> vor einigen Jahren von Guigal erworben, aber autonom geführt. Die Guigal-Oenologen haben trotzdem ihre Spuren hinterlassen, die Stilverwandtschaft ist merklich: 2011 Condrieu: 17,5; 2010 Côte-Rôtie Sarrazine: 17,5; 2010 Côte-Rôtie Viaillere: 17,5+; 2009 Côte-Rôtie „la Garde“: 18,5 - Wow!</p>
<p><strong>Yves Cuilleron:</strong> eine großartige Kollektion in jeder Preisklasse, hier die allerbesten Fassmuster: weiß: 2012 Condrieu Chaillets: 17,5+; 2011 Condrieu Vertige: 18; 2010 Condrieu Bourrasseau: 18+; rot: 2011 Saint-Joseph „les Serines“: 17,5+; 2011 Côte-Rôtie „Bassenon“: 17,5+; 2011 Côte-Rôtie „Terres Sombres“: 18; 2010 Côte-Rôtie „Bourrasseau“: 18,5.</p>
<p><strong>Gangloff:</strong> Stilwandel! Vermutlich konnten die Eigentümer ihre fetten und überzüchteten Hochkonzentrate der vergangenen Jahre selbst nicht mehr leiden und präsentierten wirkliche feine und mineralisch-elegante Weine mit Trinkanimation, wie der 2011 Saint-Joseph: 17,5! 2011 Côte-Rôtie „Barbarine“: 17,5; 2011 Côte-Rôtie „Sereine Noire“: dunkle Farbe. Recht viel Holz, schwarzbeerige, tiefe Frucht, keine Rosinen! Geradlinig und nachhaltig am Gaumen, lang, beste Balance. 18+.</p>
<p><strong>Guigal:</strong> 2009 Côte-Rôtie Brune et Blonde: 17,5; 2009 Château d’Ampuis: 18,5+; 2011 Condrieu la Doriane: 18,5.</p>
<p>Frank Rembold</p>
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		<item>
		<title><![CDATA[Entdeckungen an der Rhône – 1. Teil]]></title>
		<link><![CDATA[http://www.domovino.de/blog/?p=275]]></link>
		<comments><![CDATA[http://www.domovino.de/blog/?p=275#respond]]></comments>
		<pubDate>Mon, 29 Apr 2013 16:30:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator></dc:creator>
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			<description><![CDATA[<p><a href="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/04/P11403321.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-280" title="P1140332" src="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/04/P11403321-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Eine der umfassendsten Degustationsveranstaltungen für Weinhändler, Gastronomen und Journalisten findet im 2-Jahres-Takt im Rhônetal statt, die "Decouvertes en Vallée du Rhône". An vier Tagen im März 2013 stellten 650 Winzer ihre Weine an 5 verschiedenen Orten, von Avignon bis Ampuis, zur Verkostung an.</p>
<p>Die ersten beiden Tage fanden im ehemaligen Papstpalast in Avignon statt, zusammen mit der in der Wiener Hofburg stattfindenden VIEVINUM sicher der pompöseste Degustationsort den ich besuchen durfte. hier versammelten sich die Winzer der südlichen Rhône mit Weinen aus Châteauneuf-du-Pape, Gigondas, Vacqueyras, Lirac, Tavel, Côtes-du-Rhône und viele mehr.</p>
<p>Die meisten Weine stammten aus dem Jahr 2011, einem ausgewogenen und fruchtigen Jahrgang, dem der spektakuläre Moment durch den ungewöhnlichen Grip seines Vorgängers fehlte, sich aber dennoch sehr schön präsentierte, charmante Weine mit sehr guter Balance. Ich würde ihn durchaus auf dem Niveau der 2009er sehen, den 2008ern ist er sicher deutlich überlegen. Viele Winzer hatten auch noch 2010er zu verkaufen, einige davon mit beachtlichem Niveau. Winzer mit Beständen an noch älteren Jahrgängen hatten diese aus meist nicht ohne Grund immer noch im Bestand, für manche dieser älteren Weine hätte ich mich geschämt.</p>
<p>Auffällig ist die hohe Zahl der Bioweingüter, bzw. der Weingüter, die sich in der Übergangsphase zum biologischen Anbau befinden. Zugleich sind diese Güter meist auch qualitativ tonangebend in ihrer Region. Bio ist definitiv ganz oben angekommen.</p>
<p>Diese Weingüter fielen besonders positiv auf:</p>
<p><strong>Domaine Brusset</strong>, Gigondas: saftige, sehr fruchtige 2011er Rotweine mit viel Dampf, der Cairanne „Travers“ (16/20) hat ein tolles Preis-Genuss-Verhältnis, voluminös und opulent der Giogondas „Tradition“ (16,5+/20), zusätzlich noch mit großer Feinheit der Gigondas „Les Hauts de Montmirail (17+/20). Sehr schön auch der weiße Côtes du Rhône „Clavelles“ aus 100% Viognier: 16+/20.</p>
<p><strong>Domaine de l’Echevin,</strong> Côtes du Rhône Saint-Maurice 2010: ein ziemlicher „Brocken“, kraftvoll, viel Tannin, hat Charakter! 16,5. Bio.</p>
<p><strong>La Ferme du Mont:</strong> 2011 Côtes-du-Rhône Villages „Ponnant“: wieder ein Preis-Genuss-Knaller! Feinheit, Durchzug mit Frische und viel Frucht: 16,5.</p>
<p><strong>Domaine Fond Croze:</strong> 2011 Côtes-du-Rhône Villages “Shyrus”¨ein Klasse “Süd-Syrah” für um die 12,00 € pro Flasche ein richtiger Knaller: 17. Befindet sich im Übergang auf biologischen Anbau.</p>
<p><strong>Domaine les Hautes Cances, </strong>Cairanne Vieilles Vignes: intensiv, saftig, lang, Cassisnote, schöne Tannine. 16,5+.</p>
<p><strong>Montirius,</strong> Vacqueyras „le Clos“ (Bio): konzentriert und komplex am Gaumen, langes Finale. 17,5.</p>
<p><strong>Saint-Cosme,</strong> Gigondas: die Kollektion der südlichen Rhôneweine ist durchgängig wie ein Strich, die 2011er sind hier erstaunlich frisch und strukturiert, einziger Wehrmutstropfen sind die gesalzenen Preise für die Gigondas Spitzencuvées. Highlights: 2011 Gigondas „la Poste“: 17,5/20; 2011 Gigondas „la Claux“: 18/20; 2011 Gigondas Hominis Fidis: 17,5+/20; 2011 Gigondas “Valbelle”: 18/20. Die Nord-Rhône Weine von Saint-Cosme sind gut bis sehr gut, aber nicht in der absoluten Spitze der jeweiligen AOC anzutreffen, daher würde ich dort eher andere Weingüter bevorzugen.</p>
<p><strong>Le Sang de Cailloux,</strong> Vacqueyras (Bio): 2010 Vacqueyras Cuvée Floureto: ein Kraftpaket mit Stil: 17; 2010 Vacqueyras Cuvée de Lopy: dicht, stoffig, lang, komplex und unentwickelt: 17,5.</p>
<p><strong>Pierre Usseglio,</strong> Châteauneuf-du-Pape: es begann mit einem erstaunlich leckeren 2012er Vin de France namens Panorama, viel Wein fürs Geld. Der 2011er Côtes du Rhone war einer der besten Weine dieser AOC, getoppt allerdings vom erstmalig erzeugten 2011er Lirac, für den ich die 17 ziehen musste, eine hohe Wertung in dieser Preis-Liga. Der 2009er Chateauneuf-du-Pape war nicht besser, nur teurer (17/20). Der 2010er Chateauneuf legte da merkliche einen drauf: 18! Der 11er Chateauneuf begnügte sich wiederum mit 17 Punkten. Der 2009er Cuvée du Mon Aieul war fleischig, schokoladig, allerdings mit einem Hauch Alkohol zuviel im Finale, er kam nicht an die Normalcuvee aus 2010 ran: 17,5. Der 2012er Chateauneuf-du-Pape blanc war frisch, mit viel Charme, aber ihne große Komplexität: 16,5.</p>
<p><strong>Domaine de la Vieille Julienne,</strong> Chateauneuf-du-Pape: der Biowein 2010 Cotes-du-Rhône „Daumen“ war etwas spröde, Lirac und Gigondas aus 2010 unter dem Label „Daumen“ hatten deutlich mehr, waren aber nicht absolute Spitze in 2010. So richtig hauten mich auch die Vieille Julienne Weine Côtes du Rhône Lieu Dits Clavin 2010 und Châteauneuf „les Trois Sources“2010 nicht um, ohne dass sie deshalb zu verachten gewesen wären, echte Klasse hatte dann der Chateauneuf-du-Pape „les Hauts-lieux“ 2010, Komplexität, Rasse und Tiefe: 18+.</p>
<p>Frank Rembold</p>
<p>Einkäufer der domoVino</p>
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		<title><![CDATA[Spätburgunder / Pinot Noir Vergleichsprobe]]></title>
		<link><![CDATA[http://www.domovino.de/blog/?p=259]]></link>
		<comments><![CDATA[http://www.domovino.de/blog/?p=259#respond]]></comments>
		<pubDate>Sun, 03 Mar 2013 12:52:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator></dc:creator>
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			<description><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Die eleganteste der roten Nobelsorten hat in Deutschland einen qualitativen und auch preislichen Aufstieg vollzogen, was einen Vergleich mit internationalen Vertretern umso reizvoller macht. Die blind servierten 3er Runden enthielten immer zwei deutsche und einen internationalen Spätburgunder, in der Regel waren die Herkünfte aber leichter auszumachen, als vorab gedacht. Die meisten deutschen Spätburgunder waren erstaunlich nahe an den Pinots der Bourgogne, während die Vertreter aus Italien, Österreich und der Schweiz wesentlich fruchtiger und weniger mineralisch und griffig daher kamen. Die beiden Calera Pinots aus Kalifornien waren durch ihre leicht hitzigen Tannine und die eigenwillige Frucht auch nicht schwer zu identifizieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Die preislichen Spitzenreiter enttäuschten auf breiter Front, mit Ausnahme des Pinot Noir von Friedrich Becker, der als einziger richtig teuer und richtig gut war. Allerdings waren ein Knipser Kirschgarten oder der Höllenberg vom Staatsweingut auf gleichem Niveau und man bekommt zum Preis des Becker-Weines fast drei Flaschen davon!</p>
<p style="text-align: justify;">1. Runde:</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Markus Molitor, Mosel, 2007 Spätburgunder * Brauneberger Mandelgraben:</strong> hellere Farbe. Deutscher Spätburgunder in der Nase, deutlich nach Erdbeermarmelade, schönes Holz. Mittleres Gewicht, die Tannine sind leicht trocken und dominieren den Gesamteindruck, die leichte Bitterkeit im Finale macht die Sache auch nicht charmanter. 15/20 – 25,00 €</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Markowitsch, Carnuntum (AT), 2009 Pinot Noir Reserve:</strong> mittlere Farbdichte. Hat recht viel Holz in der Nase, leider wenig erkennbaren Pinot, ätherische Noten, etwas Laktose. Viel Körper, öliger Extrakt, ein Hauch Alkohol zu viel, wenig Charakter, es fehlt mir die schneidige Eleganz, die mineralische Komponente. 16/20 – 33,00 €</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Staatsweingut Eltville, Rheingau, 2009 Assmannshäuser Höllenberg Spätburgunder Spätlese trocken „Crescentia“, Versteigerungswein:</strong> mittlere Farbe. Das Bouquet deutet Süße an, Holz, die Frucht erinnert an deutsche Spätburgunder Klone. Enormer Druck am Gaumen, hat Grip und Spannung, Extrakt, Säure Tannin, alles auf hohem Niveau harmonisch. 18/20 – 40,00 €</p>
<p style="text-align: justify;">2. Runde:</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Baron Knyphausen, Rheingau, 2009 Spätburgunder Breborn II:</strong> hellere Farbe. Erdbeerjoghurt in der Nase, wirkt süß, aber wenig elegant. Mittleres Gewicht, etwas karg aufgrund fehlender Opulenz in der Frucht, die Tannine sind eher spröde. 15,5/20 – 22,00 €</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Gantenbein, Schweiz, 2009 Pinot Noir:</strong> hellere Farbe. Anfangs riecht er nach Gummi, dann setzten sich die Kaffeearomen, leicht nach Bierhefe. Mittleres Gewicht, charmante Frucht, recht lang und ausgewogen, insgesamt hinterlässt er den Eindruck fruchtiger Harmlosigkeit. 16,5/20 – 85,00 € Für das Geld bekommt man von spannenderen Weinen sogar 2 Flaschen!</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Knipser, Pfalz, 2009 Spätburgunder Kirschgarten GG:</strong> mittlere Farbe. Die schöne Nase zeigt Druck an, edles Barrique. Guter Druck, süß, alle Komponenten sind auf hohem Niveau stimmig, elegant und entwicklungsfähig, wird immer „süßer“ und komplexer an der Luft. 18/20 – 39,00 €</p>
<p style="text-align: justify;">3. Runde:</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Calera, Kalifornien, 2009 Pinot Noir Jensen Vineyard:</strong> hellere Farbe. Künstlich wirkende Fruchtigkeitin der Nase, dazu ätherische Aromen. Schmeckt dezenter als er riecht, die Tannine zeigen wenig Frische und Feinheit, dazu ist er leicht alkoholisch. 15,5/20 – 72,00 €.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Ziereisen, Baden, 2009 Pinot Noir „Jaspis“:</strong> hellere Farbe. Mit dem schönen Holz wurde großzügig umgegangen, dennoch ist die Nase elegant. Mittleres Gewicht, ausgewogen, leicht trockene Tannine, vermutlich vom Holz stammend. Sollte die Kurve kriegen. 17+/20. 35,00 €.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Chat Sauvage, Rheingau, 2009 Pinot Noir Drachenstein:</strong> dunklere Farbe. Riecht nach geriebenen Johannisbeerblättern, mit Pinot Noir hat das gar nichts zu tun. Am Gaumen mit penetranter Süße, das seltsame Cassisaroma hat er auch im Geschmack, dann auch noch merklicher Alkohol im Finale. Ein völlig überzüchtetes Kunstprodukt, das rein gar nichts mitbringt, was ich an einem Pinot Noir schätze. 15,5/20 – 140,00 € - Der Preis gibt einem den Rest!</p>
<p style="text-align: justify;">4. Runde:</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Friedrich Becker, Pfalz, 2009 Spätburgunder Sankt Paul GG:</strong> helle Farbe. Sehr edles Holz, feine Frucht. Schöne Pinotnote mit Holztanninen, guter Druck, recht lang, ein Hauch Alkohol im Finale. 16,5+/20 Hatte auf der Großen Gewächs Präsentation mehr überzeugt – 55,00 €</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Michel Gros, Burgund, 2009 Vosne-Romanee 1er Cru Clos de Reas:</strong> hellere bis mittlere Farbe, leicht violett. Frischer Tabak und Holunder in der Nase, die etwas fremd wirkt. Im Geschmack intensiv nach Kirsche, recht elegant, lang und reifebedürftig. 16,5+/20 - 50,00 €</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>August Kesseler, Rheingau, 2009 Spätburgunder Berg Schlossberg:</strong> dunkle Farbe. Rumtopfaromen, Rosinen und Alkohol, wie ein Passito. Konzentriert, viel Alkohol, derb und unelegant. Ein ganz seltsamer Wein. 14?/20 – 120,00 €</p>
<p style="text-align: justify;">5. Runde:</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Friedrich Becker, Pfalz, 2009 Pinot Noir:</strong> mittlere Farbe. Saftig wirkendes Bouquet mit feinem Holz und recht viel Toast. Stoffig und lang, auch im Geschmack mit edlem Holz, viel Extrakt, griffig und lang, frisch und mineralisch. Toll. 18/20 – 105,00 €</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Mongeard-Mugneret, Burgund, 2009 Grands Echezeaux Grand Cru:</strong> mittlere Farbe. Rauchige, fast verbrannte Aromen, sogar etwas Bretanomyces, was an der Luft aber besser wird, minimal nach kaltem Kamin. Kitschiges Cassisbonbon am Gaumen, Kirschen, guter Druck, schöne Struktur, lang. Die kitschige Frucht geht mir leicht auf den Wecker. 17,5. 105,00€</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Fürst, Franken, 2009 Spätburgunder Centgrafenberg GG:</strong> mittlere Farbe. Rassige Nase, mineralisch und fein, die Frucht deutet Süße an. Mittleres Gewicht, charmant, es fehlt an Tiefe, guter Druck, etwas zu fruchtig für meinen Geschmack, lang. 17,5. 44,00 € - 3/13</p>
<p style="text-align: justify;">6. Runde:</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Salwey, Baden, 2009 Spätburgunder Kirchberg GG:</strong> hellere bis mittlere Farbe. Deutscher Pinotgeruch, sehr fruchtig, wenig Dimensionen. Guter Grip, mittleres Gewicht, kickt nicht, zudem stört die Säure den Gesamteindruck. 16/20 – 45,00 €</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Odoul-Coquard, Burgund, 2009 Chambolle-Musigny:</strong> hellere bis mittlere Farbe. Anfangs etwas Cassis, dann setzt sich ein seltsamer Gärungston durch, der riecht wie ein Gärkeller in vollem Betrieb! Am Gaumen eher spröde und gleichzeitig auch fruchtig. Da ist etwas völlig daneben gegangen. 14/20 – 22,00 €</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Jean Stodden, Ahr, 2009 Spätburgunder Mayschosser Mönchberg, Versteigerungswein:</strong> hellere bis mittlere Farbe. Typische Pinotnase mit einem leicht chemischen Ton. Mittleres Gewicht. hohl in der Mitte, nett aber zu harmlos. 16/20 – 137,00 € - der Preis ist allerdings alles andere als harmlos!</p>
<p style="text-align: justify;">7. Runde:</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Philipp Kuhn, Pfalz, 2009 Pinot Noir Kischgarten GG:</strong> mittlere Farbe. Viel Toast im Bouquet, Frucht ist wenig erkennbar, Räucherspecknote. Druckvoll, lang, viel toastiges Holz, aber auch viel Extrakt. War für mich aufgrund des Toasts als Kuhn erkennbar. 17,5/20 – 32,00 €</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Fürst Hunsrück</strong> hatte Kork (85,00 €), daher als Ersatz eingesprungen:</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Holger Koch, Baden, 2009 Pinot Noir *:</strong> hellere Farbe. Anfangs mit seltsamer Hefenote, die aber nachlässt. Insgesamt doch eher harmlos, fruchtig, wenig Dampf. 15,5. 18,00 €</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Calera, Kalifornien, 2009 Pinot Noir Mills Vineyard:</strong> hellere bis mittlere Farbe. Leichte Hitzenote, Brausepulver, grüner Tee. Sehr süß am Gaumen, dann folgt trockenes Tannin, ist seltsam und unharmonisch. 15/20 - 55,00 €</p>
<p style="text-align: justify;">8. Runde:</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Bernhard Huber, Baden 2009 Spätburgunder Wildenstein „R“ GG:</strong> mittlere Farbe. Schwefelnote, wie Schießpulver, dazu intensiv grüne Noten, Stiele? Druckvoll am Gaumen, schöne Säure, ist nicht der Eleganteste, kommt aber über seine Kraft. Ein typischer Pinot ist das nicht, er wirkt eher wie ein Experiment als ein klassischer Pinot. 17/20 – 110,00 €</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Markus Molitor, Mosel, 2007 Spätburgunder Graacher Himmelreich ***:</strong> hellere rostrote Farbe. Elegante Pinotnase, deutscher Einschlag. Recht strenge Tannine, die einen pelzigen Eindruck hinterlassen, es ist sehr fraglich, ob der Extrakt das balancieren wird. 15,5+?/20 80,00 €</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Hofstätter, Südtirol, 2009 Pinot Nero Barthenau Vigna s. Urbano:</strong> dunklere Farbe. Die Nase erinnert an einen maceration carbonique Grenache, aber sicher nicht an einen Pinot Noir. Schmeckt intensiv nach schwarzer Kirsche, erinnerte mich sofort an den Valpolicella Catarina Zardini, das Kirscharoma dominiert alles, der Wein ist furchtbar eindimensional, bei aller Kraft. 15,5/20- 43,00 € (der Zardini Valpolicella bietet fast das gleiche für 10,90 €)</p>
<p style="text-align: justify;">9. Runde:</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Fürst, Franken, 2009 Frühburgunder Centgrafenberg „R“:</strong> hellere bis mittlere Farbe. Sehr fruchtige und klare Nase, etwas Holz, wenig Toast. Ganz leicht grüne Note. Mittleres Gewicht, recht charmant, aber ohne große Tiefe, trinkt sich wirklich lecker, was in dieser Preisklasse aber eben nicht reicht. 16,5/20 – 57,00 € 3/13</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Deutzerhof, Ahr, 2009 Späturgunder Mayschosser Mönchberg GG:</strong> Mittlere Farbe.Laktose und Paprikapulver in der Nase, erinnert entfernt sogar an rohes Fleisch. Alkoholreich, breit, keine Präzision, Toast im Finale, überzogene Adstringenz. 15/20 – 49,00 €. Noch so ein teurer Low-Performer von der Ahr. Die Spätburgunder der Ahr, bzw. deren Käufer bleiben mir ein Rätsel.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Bernhard Huber, Baden 2009 Spätburgunder Schlossberg „R“ GG:</strong> erinnert in der Nase sofort an den Wildenstein, Schwefel und leicht grüne Noten auch hier, wenn auch weniger krass als beim Wildenstein. Kraftvoll, leicht pelzige Tannine, schmeckt auch nicht wirklich nach Pinot Noir. 17/20 - 69,00 €</p>
<p style="text-align: justify;">Danach gab es noch einen gereiften traditionellen Wein:</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Staatsweingut Assmannshausen, Rheingau, 1971 Spätburgunder Spätlese Assmannshäuser Höllenberg:</strong> braunrote Farbe, fast gelber Rand. Süße Reife in der Nase, ätherische Noten, ein Hauch Malz und Zedernholz.  Die Süße hat ihn sehr gut erhalten, trocken war der sicher nie, das Alter hat zu einer guten Balance geführt, saftig, lebendig, trotz seiner Reife, auch wenn er einen leicht morbiden Touch in den Aromen hat. 16,5. Könnte gut zu einem Wildgericht harmonieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Frank Rembold im März 2013 - probiert aus dem Zalto Burgunderglas.</p>
<p style="text-align: justify;">P.S. die angegeben ungefähren Endverbraucherpreise beziehen sich auf die 0,75 l Flasche und wurden vom Veranstalter genannt und sind selbstverständlich ohne Gewähr.</p>
<p style="text-align: justify;">
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			</item>
		<item>
		<title><![CDATA[Wir werden volljährig – 18 Jahre Bordeaux 1995er]]></title>
		<link><![CDATA[http://www.domovino.de/blog/?p=252]]></link>
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		<pubDate>Mon, 25 Feb 2013 17:30:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator></dc:creator>
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			<description><![CDATA[<p><a href="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/02/IMG_8471.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-255" title="IMG_8471" src="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/02/IMG_8471-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Nach vier kleinen bis mittleren Jahrgängen wurde der 1995er seinerzeit recht euphorisch angekündigt. Eine Bestandsaufnahme der Qualität nach 18 Jahren ergab die üblichen Überraschungen und Enttäuschungen. Zu alt war keiner der Weine, die meisten großen 95er waren noch nicht mal auf ihrem Reifehöhepunkt. Insgesamt präsentierten sich die 95er Bordeaux sehr gut, mit sehr guten Weinen auf beiden Seiten der Gironde. Die positivsten Überraschungen waren sicher die beiden Pessac-Leognan, die sich schlicht umwerfend lecker präsentierten. In der Nachverkostung wurden viele Weine „süßer“ und charmanter, dekantieren ist also meist empfehlenswert.</p>
<p>Die Weine wurden blind in 3er Serien verkostet, beliebig gemischt und im 20 Punkte-System bewertet. Nachfolgend die Weine in der Reihenfolge der Verkostung:</p>
<p>1.)    Château Batailly, Pauillac: mittlere bis dunklere Farbe. In der Nase etwas grüner Cabernet, pflanzliche Noten, klassischer Médoc-Typ. Recht pelzige Tannine, mittlerer Körper, eher ein karger Typ. Bis 2020+ trinken. 15,5 – blühte 2 h später auf, man kann daher auch 16 Punkte geben.</p>
<p>2.)    Château Grand-Puy-Lacoste, Pauillac: mittlere Farbe, rubinrot ohne Alterstönung. Röstaromen, dunkles Brot, süße Frucht in der Nase. Hat viel Grip am Gaumen, noble Kühle und wesentlich mehr Substanz als der Batailley, zartgrüne Note, lang, klassisch. Wird mit Luftkontakt immer schöner. Bis 2030 trinken. 18,5</p>
<p>3.)    Château Grand-Mayne, Saint Emilion: mittlere Farbe, rubinrot. Pflaumenkompott und etwas Speck im Bouquet, leicht grüne Merlot-Note. Die Note ist auch am Gaumen, hat sogar etwas Säure, mittlerer Körper, recht lang. Bald trinken. 16,5.</p>
<p>4.)    Château Lynch-Moussas, Pauillac: mittlere bis dunklere Farbe, sieht jung aus. Kalknote in der Nase, Karamell, saftige Frucht, an der Luft entwickelt er eine leichte Rosinennote. Sehr druckvoll, lang, kraftvoll, etwas stumpfe Tannine, aber opulent und extraktreich. Ein Hauch Amarone durch leichte Überreife im Lesegut. Die Rosinennote wird stärker an der Luft, sonst hätte ich ihn sogar etwas höher bewertet. Eher bald trinken. 17.</p>
<p>5.)    Château Pape-Clement, Pessac-Léognan: mittlere bis dunklere Farbe. Subtile Röstnoten, süß wirkende Nase, leicht grüne Merlotnote. Enorme Opulenz und zugleich auch Eleganz am Gaumen, er kleistert den Mund mit seinem Extrakt aus, lang, nee – sehr lang sogar! Ein umwerfend charmanter Typ, saftiger Merlot in Perfektion. Bis 2025 trinken. 19</p>
<p>6.)    Château Smith-Haut-Laffitte, Pessac-Leognan: mittlere Farbe. Enorm intensive Röstnote, rassiger Cabernet. Viel Druck durch reichlich Extrakt am Gaumen, klassische Tanninstruktur, sehr lang, toller Durchzug, Süße im Extrakt. Wow! Jetzt bis 2020 trinken. 19,5 – So eine hohe Wertung für einen Smith könnte man fragen? Ja, in diesem Moment war er es für mich einfach wert, die hedonistische Süße, der Grip, alles ist perfekt stimmig in diesem Moment. Bei der Nachverkostung bestätigte sich dieser Eindruck.</p>
<p>7.)    Château Prieuré-Lichine, Margaux: mittlere Farbe. Schöne Süße in der Nase, wirkt voll ausgereift und auch reifer als die meisten anderen Weine der Probe. Recht saftig, leicht strenger Nachgeschmack, die Tannine sind etwas ungehobelt. Bald trinken. 15,5 – eine eher schwache Leistung.</p>
<p>8.)    Château Palmer, Margaux: mittlere bis dunklere Farbe. Anfangs fast neutral in der Nase, langsam kommen Röstnoten, wird süßer im Geruch, dann kommt auch endlich etwas Bordeaux durch. Druckvoll und komplex am Gaumen, wenn auch ziemlich zurückhaltend, hat aber eine noble Kühle bei reichlich Extrakt. Warten bis 2016. 17,5+.</p>
<p>9.)    Château Gazin, Pomerol: mittlere Farbe. Röstnote mit leicht grünem Touch, etwas kitschige Aromen, Karamell. Eher klein am Gaumen, ein derber Geselle mit wenig Feinheit. 16. – den hatte ich bei früheren Gelegenheiten viel besser verkostet, evtl. eine nicht gut gelagerte Flasche, da Ebay-Nachkauf.</p>
<p><a href="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/02/1995er_2.jpg"><img title="1995er_2" src="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/02/1995er_2-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></p>
<p>10.) Château Léoville-Barton, St.-Julien: mittlere bis dunklere Farbe. Gradlinige Nase, klar und fein, ganz wenig grüne Noten, wirkt sehr jung im Vergleich, später erinnert er etwas an Instantbrühe und grünen Tee, eine schöne und sich ständig verändernde Nase. Gute Fülle, leicht bitter, guter Extrakt, Frucht, dann aber auch reichlich Tannin und sogar ein Hauch Säure. Ist im Moment derb. Warten? 16,5+? Wieder mal unter seinen Möglichkeiten. Kommt da noch etwas?</p>
<p>11.) Château la Fleur-Petrus, Pomerol: mittlere Farbe, sieht recht reif aus. Merlot mit grüner Note, Röstaromen. Vorne viel Tannin, dann bricht er ab, ist sogar etwas bitter, grüne Noten auch im Geschmack, betont klassisch bereitet, leider nicht in positivem Sinn. Kurz. 15,5 – was eine Enttäuschung!</p>
<p>12.) Château Angelus, St.-Emilion: mittlere bis dunklere Farbe, sieht jung aus. Tolle Klarheit und Präzision im Bouquet, duftet auch noch sehr jung. Griffig, edel und lang, dabei ist er stets auch fein, toller Extrakt, aristokratisch zurückhaltend, blutjung. Ab 2015 bis 2030 trinken. 18,5+ - ausgerechnet ein Merlot ist der mit am jüngsten daher kommende Wein der Probe!</p>
<p>13.) Château Larmande, St.-Emilion: hellere Farbe, sieht reif bis alt aus. Rotbeerig, oberflächliche Nase, Speck und Sauerteigbrot. Mittlerer Körper, hat eine gewisse Süße im Extrakt, leider aber auch derbe Gerbstoffe. Bald trinken. 15,5</p>
<p>14.) Château Calon-Segur, St.-Estephe: dunkle Farbe. Leicht laktische NOten, Butter, auch etwas nach grünem Tee. Voll am Gaumen, kraftvoll, aber noch nicht auf dem Punkt, irgendwie ist die Handbremse noch angezogen. Braucht noch Zeit bis 2016. Langlebiger Klassiker. 18+.</p>
<p>15.) Château Giscours, Margaux: mittlere bis dunklere Farbe. Süße Nase, Hagebutte, ganz leicht medizinischer Geruch, etwas hohl in der Nase. Schmeckt wesentlich besser als er riecht, recht kraftvoll, lang, die Aromen sind nicht 100% meine Welt. Bis 2020 trinken. 16,5.</p>
<p>16.) Château Léoville-las-Cases, St.-Julien: mittlere bis dunklere Farbe. Schöne Klarheit in den Aromen, jung und präzise, zurückhaltend. Gewaltiger Extrakt, lang und „süß“, hat aber auch reichlich Tannin und ist sogar etwas ruppig, wenn auch auf hohem Niveau, urwüchsige Kraft, legt an der Luft noch zu, ein wirklich feiner Wein wird das wohl trotzdem nie, wird immer über die Power kommen. 2015- 2025+ trinken. 18.</p>
<p>17.) Château Durcru-Beaucaillou, St.-Julien: mittlere bis dunklere Farbe. Sahnebonbon im Geruch. Leicht laktisch, eher verschlossenes Bouquet. Gute Fülle, lang, ausgewogen, komplex, aber noch sehr jung, die Balance passt. 17,5+ - vom Wine Spectator „Wine of the year“ haben wohl alle am Tisch mehr erwartet und nicht zum ersten Mal fand ich seinen Stallgefährten aus Pauillac, den Grand-Puy-Lacoste besser.</p>
<p>18.) Château Lafon-Rochet, St.-Estephe: mittlere bis dunklere Farbe. Die Nase hat einen Hauch Hühnerfleisch zu bieten, wirkt sonst jung. In meinem Zalto war er sauber, in manch anderen Gläsern kam er nicht so gut weg. Etwas grüner Cabernet am Gaumen, reichlich Extrakt und richtig verschwenderisch „süß“ am Gaumen, hat aber auch eine schöne Feinheit. Ist jetzt auf dem Punkt. 18,5 – die zweite Riesenüberraschung der Probe nach dem Smith!</p>
<p>Frank Rembold</p>
<p>Leiter Einkauf domoVino</p>
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			</item>
		<item>
		<title><![CDATA[Großes Gewächs Tour des VDP 2013]]></title>
		<link><![CDATA[http://www.domovino.de/blog/?p=248]]></link>
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		<pubDate>Wed, 06 Feb 2013 13:17:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator></dc:creator>
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			<description><![CDATA[<p>Jedes Jahr wieder eine lohnenswerte Veranstaltung: die Tour Grosses Gewächs des Verbandes deutscher Prädikatsweingüter Mosel, Nahe, Pfalz und Rheinhessen in München. Ca. 50 Winzer/Innen stellten Ihre Weine persönlich vor. Die hohe Besucherzahl dokumentierte, dass großer deutscher Riesling auch in der angeblichen „Italienbastion“ München angekommen ist.</p>
<p>Die 2011er Rieslinge präsentierten sich teilweise erstaunlich verschlossen, was bei diesem von Anfang an charmanten Jahrgang dann doch überraschte. Der 11er stellte wenig Winzer vor echte Probleme, schwache Weine waren daher die ganz große Ausnahme. Es gab wirklich reichlich gute bis sehr gute Weine, einige Güter aus der „zweiten und dritten Reihe“ überraschten mit richtig tollen Weinen, Acham-Magin, Fitz-Ritter, Meßmer, Mugler und Pfeffingen möchte ich an dieser Stelle lobend erwähnen.</p>
<p><strong>Die allerbesten 2011er Rieslinge:</strong></p>
<p><strong>18/20 Punkte: Nahe:</strong> Hermannshöhe von Dönnhoff, Felseneck von Schäfer-Fröhlich; <strong>Mosel:</strong> Brauneberger Juffer Sonnenuhr von Fritz Haag; <strong>Pfalz:</strong> Steinbuckel von Knipser, Kirschgarten von Philipp Kuhn, Kalmit von Boris Kranz, Kastanienbusch von Rebholz, Kastanienbusch und Kastanienbusch „Köppel“ beide Wehrhein (die besten Rieslinge aller Zeiten von diesem Gut), Langenmorgen und Kalkofen (beide von Winning). <strong>Rheinhessen:</strong> Morstein, Wittmann.</p>
<p><strong>18,5/20:</strong> Frühlingsplätzchen und Halenberg, beide von Emrich-Schönleber (Nahe), Im Sonnenschein „Ganz Horn“ von Rebholz, Pechstein vom Weingut von Winning (beide Pfalz)</p>
<p><strong>19/20:</strong> Kirchenstück vom Weingut von Winning - ein Wein wie eine Kathedrale meinte Geschäftsführer Stephan Attmann – stimmt, dachte ich!</p>
<p><strong>Die besten Spätburgunder:</strong> 2010 St.-Paul von Friedrich Becker (17,5+/20), 2009 Burgweg und Kirschgarten von Knipser (beide 18/20).</p>
<p>Wer Klaus Keller, Bassermann-Jordan, Christmann und Diel oben vermissen sollte: alle sicher nicht schlecht, aber für ganz vorne hat es diesmal bei mir nicht gereicht.</p>
<p>Leider reichte die Zeit nicht aus, alle vorgestellten Weine zu probieren. Immerhin konnte ich 71 Große Gewächse mit qualifizierter Notiz in drei Stunden bewältigen. Allerdings kamen die Mosel-Winzer und die Weißburgunder-Weine (der Kalmit von Kranz war toll, aber ausverkauft!) generell etwas zu kurz.</p>
<p>Frank Rembold</p>
<p>Leiter Einkauf der domoVino</p>
]]></description>
			</item>
		<item>
		<title><![CDATA[Alte Knaben: Burgund vs. Bordeaux]]></title>
		<link><![CDATA[http://www.domovino.de/blog/?p=231]]></link>
		<comments><![CDATA[http://www.domovino.de/blog/?p=231#respond]]></comments>
		<pubDate>Sat, 26 Jan 2013 12:41:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false"><![CDATA[http://www.domovino.de/blog/?p=231]]></guid>
			<description><![CDATA[<p><a href="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/01/IMG_8437.jpg"><br />
</a><a href="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/01/IMG_8438.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-235 alignleft" title="IMG_8438" src="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/01/IMG_8438-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Alte Weine haben eine besondere Mystik, sind stets auch eine Begegnung mit der Geschichte. Noch vor Beginn der Probe stellte ein Teilnehmer die Frage nach der Haltbarkeit roter Burgunder im Vergleich zu Bordeaux. Daraus ergab sich dann ein lockerer Wettbewerbscharakter zwischen den Weinen beider Regionen - mit einem Punktsieg für das Burgund! Die kraftvollen "Burgunderbrocken" des beginnenden 20. Jahrhunderts waren irgendwie anders als die heutigen Burgunder. Tieffarben, tanninhaltig, ungestüm. Wie das erreicht wurde? Ich kann nur spekulieren. Sicher waren die Weinbereitungsmethoden anders, eventuell haben diese Weine in den ersten 30 Jahren ihres Daseins abweisend geschmeckt. Man liest bisweilen auch, dass sie mit Weinen aus südlicheren Regionen "verbessert" wurden...</p>
<p>Die Weine in der Reihenfolge der Verkostung, die beiden Champagner und der Montrachet wurden offen, die Rotweine wurden in 2er Flights blind serviert:</p>
<p>1934 Champagne Roederer: Bernsteinfarbe. Hefnote, Dörrobst, Nüsse, feine Reife, erinnert mit seiner Kombination aus Hefe und Oxidation an einen Vin Jaune. Hat keine Kohlensäure mehr, allerdings eine deftige Weinsäure, die ihn frisch gehalten hat. Im Finale wieder die Vin Jaune Aromen. 15,5.</p>
<p>1990 Champagne Charles Heidsieck: goldgelbe Farbe. Leicht nussige Aromen, feine Nase, keine große Alterung spürbar. Etwas Säure am Gaumen, mittleres Gewicht, solide, aber ohne großen Zauber. 16,5.</p>
<p>1947 Le Montrachet, Roland Thenevin: orangegelbe Farbe. Im Zalto Bordeauxglas riecht er blechern, anfangs sogar etwas an Nieren erinnernd, Karamell. Im Zalto Weißweinglas schlägt er sich besser, bekommt Burgundercharakter, Honig, Muskat, die Nase wirkt wesentlich kompakter in kleinen Glas. Geschmacklich ist er kein Brüller, wird aber etwas besser mit Wärme und Luft, hinten bleibt ein Hauch von billiger Zitronenlimonade haften. Lebt noch, oder treffender: vegetiert noch vor sich hin. 14.</p>
<p>1. Paar:</p>
<p>1920 Rioja Gran Reserva, Paternina: reifere Farbe, leicht orangebraun am Rand. Süßer Unterton, Rumtopf, Karamell, Wachs, Lakritze. Griffig an Gaumen, recht lang, die Tannine haben einen groben Touch, dennoch ausgewogen auf traditionelle Art. 16,5.</p>
<p>1924 Château Pape-Clement, Graves: trübes orangerot. Sehr alt im Geruch, Madeira-Touch, Todessüße. Schlank am Gaumen, wenig Druck im Extrakt, aber insgesamt noch ordentlich. 14,5.</p>
<p>2. Paar:</p>
<p>1921 Hospiece de Beaune, Veuve Montagnet: dunklere Farbe mit gelb-oranger Tönung am Rand, die das hohe Alter verrät. Ätherische Noten, Pilze, Minze, Früchtebrot, Waldboden, später auch Kakao. Die Nase wirkt richtig „süß“ und komplex, hält sich 2 Stunden im Glas. Druckvoll, lang, Anfangs leicht nach Heftpflaster, was aber völlig verschwindet, sehr stoffiger Körper, kraftvoll, urwüchsig und tief. Toll! 18,5 oder sogar 19?<a href="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/01/IMG_84371.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-236 alignleft" title="IMG_8437" src="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/01/IMG_84371-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></p>
<p style="text-align: left;">1966 Chateau Ducru-Beaucaillou: mittlere Farbe. Leicht grüner Cabernet, Médoc pur, wirkt jung in dieser Probe. Schlank, griffig, ganz zarter Süßeanflug im Extrakt, sehniger Körper. 17,5. Stand in direkter Konkurrenz zum besten Wein des Abends und wurde deshalb wohl etwas unter Wert geschlagen.</p>
<p>3. Paar:</p>
<p>1907 Volnay, Jules Regnier: hellbraune blasse Farbe. Flach, ausgezehrt, fast tot. 11</p>
<p>1928 Château Desmirail, Margaux: ekelhafter Geruch, einfach nur schauderhaft! 10-</p>
<p>4. Paar:</p>
<p>1919 Clos de Vougeot, Leon Rigault: reifes rotbraun. Offenes Bouquet mit schöner Reifesüße, für das Alter mit bemerkenswerter Klarheit in den Aromen, tolles Bouquet. Kraftvolle Säure, lang, leider etwas blechern im Geschmack, dann aber auch wieder mit Reifesüße, mittleres Gewicht, wirklich gut! 17,5.</p>
<p>1926 Nuits St.-Georges, Maurice Bailly: reifes rotbraun. Skurriler Geruch nach Maschinenöl, Karamell, Süße. Hat viel Kraft, leider ist die Ölnote auch im Geschmack derart unangenehm, dass der Wein ungenießbar ist. 10.</p>
<p>5. Paar:</p>
<p>1923 Clos de Vougeot, Veuve Montagnet: dunklere Farbe, orange am Rand, der das Alter anzeigt. Kraftvoller Eindruck in der Nase, leicht grüne Note, Unterholz, druckvoll, ganz leicht muffig, so ein Hauch nasser Korken, Karamell. Kraftvoll im Geschmack, ein Tick Säure, hat Extrakt, die Verwandtschaft zum 21er aus gleichem Haus war erkennbar, die Tannine sind etwas stumpf. 17.</p>
<p>1926 Chateau Pichon-Baron: hellere Farbe, sieht aus wie ein 1970er Jahre Burgunder. Wasabi, pflanzliche Noten, Cabernet, Pinienwald, Minze. Sehr verspielt in der Nase. Griffig,lang, schlank, verblüffend vital, geradezu frisch, fast zeitlos, dynamisch, toll zu trinken. 18.</p>
<p>Dessert:</p>
<p>1921 Chateau Coutet, Barsac: mittelbraune Farbe, leuchtend gelbgrüner Rand, der<br />
farblich an Olivenöl erinnert. Süßgebäck, typische Sauternes – Verzeihung: Barsac-Aromen mit einem Hauch Linoleum. Im Geschmack fehlt es mir an Süße und Opulenz, um die leichte Bitternote zu balancieren. Eher nett als groß. 16.</p>
<p><a href="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/01/IMG_84421.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-238" title="IMG_8442" src="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/01/IMG_84421-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Frank Rembold im Januar 2013<a href="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/01/IMG_8442.jpg"><br />
</a></p>
<div></div>
]]></description>
			</item>
		<item>
		<title><![CDATA[15 Jahrgänge Château Rauzan-Segla]]></title>
		<link><![CDATA[http://www.domovino.de/blog/?p=222]]></link>
		<comments><![CDATA[http://www.domovino.de/blog/?p=222#respond]]></comments>
		<pubDate>Sat, 17 Nov 2012 13:37:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator></dc:creator>
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			<description><![CDATA[<p>Dieser 2. Cru Classé aus Margaux hat in den letzten Dekaden eine bewegte Geschichte mit vielen qualitativen Wellenbewegungen hinter sich, vermutlich hat kein zweites Cru Classé derart oft seinen Weinstil und die Flaschenausstattung gewechselt wie Rauzan-Segla, zur Krönung wurde Anfang der 1990er Jahre auch noch der Name von Rausan (mit „s“) auf Rauzan (mit „z“) geändert.</p>
<p>Die 1970er und frühen 80er Jahre waren von eher inkompetentem Weinmachen gekennzeichnet, die Weine waren keineswegs auf dem Niveau eines 2. Cru Classé. Mitte der 80er begann die glorreiche Zeit mit tollen Charakterweinen, denen ich heute nachtrauere. Die 90er sind charmanter, aber auch auf hohem Niveau, vielleicht sogar typischer für Margaux als die späten 80er. Seit 2000 sind die Weine opulenter geworden, lassen für mich aber Tiefgang vermissen, wie die enttäuschenden Weine aus 2005 und 2006 leider erneut bestätigten. Das war übrigens die einhellige Meinung bei der Verkostung.</p>
<p>Rauzan-Segla gehört seit 1994 zum Modekonzern Chanel.</p>
<p>Die Weine wurden nach dem Zufallsprinzip in 3er Runden verdeckt serviert und mit dem 20 Punkte System bewertet. Nachstehend die Weine in der Reihenfolge der Verkostung am 16.11.2012:</p>
<p><strong>1989:</strong> reifere Farbe. Zeigt eine gewisse Süße in der Nase, leicht grüne Noten, subtil, duftig, offen, ein sehr angenehmer „old style“ Médoc-Geruch. Am Gaumen ist er glatter als man nach der Nase annimmt, ein Hauch trockene Tannine, dennoch auch charmant und lecker. Ist jetzt perfekt zu trinken, ohne dass man sich beeilen müsste. (17,5).</p>
<p><strong>2005:</strong> mittlere bis dunklere junge Farbe. Duftige Nase, viel Vanille, vollreifer Cabernet, eine ordentliche Portion Toast dazu. Das Ganze erinnert an ein Rezept: man nehme Vanille, Johannisbeeren usw. Mittleres Gewicht, fruchtig, dürfte konzentrierter sein, die Tannine sind noch leicht sperrig, insgesamt eher verhalten. (17). Eine eher schwache Leistung für 2005, ich hielt ihn für den 2006er, der sich später aber als noch schwächer entpuppen sollte.</p>
<p><strong>1988:</strong> mittlere Farbe mit erster Reifetönung. Marzipan, Kokos, hat noch viel Frucht, leicht laktische Noten, auch ein Hauch „stielig-grün“, etwas Bonbonkitsch, hat Druck, ein fesselndes Bouquet. Sehr konzentriert am Gaumen, lecker und komplex, ziemlich komplett, leichte Säure im Finale, lang. Braucht aufgrund seiner immer noch leicht kreidigen Tannine noch Zeit. (18). Ist stilistisch eng mit dem 86er verwandt.</p>
<p><strong>1982:</strong> helle klare Farbe. Reifesüße in der Nase, sehr fein, klassische Médoc-Note, subtil, eine schöne Kombination aus süßen Reifenoten und leicht grünen Cabernetaromen. Am Gaumen ist er zu glatt, es fehlt an Biss und Dichte, hinten ist er leicht austrocknend. Ist klassisch und recht schmackhaft, leider etwas kurz in Finale. Bald trinken. (16). Letztlich ein schwacher 82er, der im Stil eher an die 70er Jahre des Chateau erinnert als an die furiosen End-80er.</p>
<p><strong>1959:</strong> hellere bis mittlere Farbdichte, deutliche Bräunung am Rand. Hat etwas aufdringlich Süßes wie Früchtebrot, Tannennadeln, wenig Klarheit. Am Gaumen ist er leer und trocken, hat keine Frucht mehr, säuerlich und pelzig, schmeckt komplett freudlos. Eine seltsame Kombination aus malzigen Tönen, Rosinen und unreifer Säure. (13-). Große Enttäuschung, unser Gastgeber meinte, dies sei die bisher schlechteste Flasche dieses Weines gewesen.</p>
<p><strong>1985:</strong> hellere Farbe, etwas dunkler als der 82er. Feine Süße in der Nase, ätherische Noten, Asche, Hagebutten, leicht stlielig-grüner Cabernet. Mittleres Gewicht, guter Druck am Gaumen, vielleicht etwas trocken, aber fraglos fein, ausgewogen und lecker. Bald trinken. (17).</p>
<p><strong>1997:</strong> mittlere Farbe, Wasserrand mit Reifetönung. Moderne Nase Aus Mittlerem Jahr, laktische Noten, schönes Holz, keine stieligen grünen Noten wie in den 80er Jahren, Instantkakao. Schlank, aber nachhaltig, verblüffend fein, guter Extrakt, angenehm lang, etwas Rumtopf im Nachhall. (17). Toller 97er, der im Gegensatz zu vielen Jahrgangsgenossen noch sehr vital ist.</p>
<p><strong>1983:</strong> mittleres rotbraun mit ersten orangen Reflexen. Altmodische Nase, leicht medizinisch nach Haftpflaster, ist nicht 100%ig sauber, etwas nach altem Holzschrank mit leicht süßlicher Reifenote. Eher schlank am Gaumen, weich, nicht unattraktiv, aber auch nicht viel mehr. Austrinken. (16). Vielleicht keine optimale Flasche, aber ein Riese war dieser Wein auch bei früheren Gelegenheiten nicht.</p>
<p><strong>1994:</strong> dunklere Farbe, erste Reifetönung am Rand. Leicht laktische Noten, die häufig bei dieser Rauzan-Segla Vertikalen auftraten, druckvoll, in der Übergangsphase zwischen Jugend und Reife, Kreide. Druckvoll auch am Gaumen, beste Harmonie, griffig, Extraktsüße, Grip und Eleganz, ein Tick Säure, alles auf hohem Niveau. Jetzt bis 2020 trinken. (18). Ein wirklich toller 94er!</p>
<p><strong>1975:</strong> helle Farne, orange am Rand. Unsaubere Nase, grüne Aromen, nasser Korken, feuchter Keller, alles leicht muffig. Karg am Gaumen, zeigt einen Hauch Süße, die die adstringierenden Tannine aber nicht kompensieren kann. Im Finale hat er wieder das Aroma nach nassem Korken. (13). War aufgrund seiner ruppigen Art leicht als 75er zu erkennen. Selbst ohne den unsauberen Ton, sollte der tatsächlich vom Korken stammen, ist das ein kleiner Wein.</p>
<p><strong>2006:</strong> mittlere Farbe, keine violetten Töne mehr. Laktische Noten, leichte Röstaromen, Karamell, Bonbonfrucht. Auch am Gaumen ist die Frucht zu dropsig, mittlerer Extrakt, nett, aber weit weg von aufregend, wenig Charakter, ziemlich beliebig für ein 2. Cru. (16,5)</p>
<p><strong>1986:</strong> dunkle Farbe. Wuchtig, leicht grüne Noten, klassisch mit enormem Druck und wenig Reife in der Nase. Kraftvoll, erhaben, viel Grip, angedeutete Extraktsüße, sehr lang. Ist erst am Anfang seiner Entwicklung. Großes Kino! (19). Die 86er erweisen sich immer mehr als der größte Médoc-Jahrgang der fulminanten 80er Jahre in Bordeaux. Auch wenn ein gewisses Eigenlob drin steckt: ich habe das von Anfang an gesagt.</p>
<p><strong>1991:</strong> orangebraune Farbe. Hat einen leicht bitteren Touch im Bouquet, schöne Reife, sauber, angenehm im Geruch. Mittlere Fülle, ausgewogen, lecker jetzt zu trinken, hinten endet er ein wenig zu flach. Bald trinken. (15,5).</p>
<p><strong>1976:</strong> hellbraune Farbe, leicht trüb. Malzig, ein Tick flüchtige Säure. Wenig Druck im Extrakt, aber netter zu trinken als Farbe und Nase andeuteten, etwas bitter, aber auch „süß“, leichtgewichtig, nicht unangenehm. Gestern trinken. (15).</p>
<p><strong>1978:</strong> helle Farbe, bräunlicher Ton. Im Bouquet kommt ein klassischer altmodischer Bordeaux daher. Etwas karg am Gaumen, ist über seinem Zenith, aber noch durchaus trinkbar, ein respektabler Altwein. (15). Könnte für den Jahrgang besser sein.</p>
<p>Weitere, bei früheren Gelegenheiten verkostete Jahrgänge:</p>
<p>1962: 14,5;   1981: 14,5;   1990: 17;   1992: 16;   1993: 16,5;   1995: 17;   1996: 17,5+;   1998: 17;   2000: 17;   2001: 16;   2002: 16,5;   2003: 17;   2004: 17;   2007: 16,5;   2008: 17,5;   2009:18,5</p>
<p>Frank Rembold</p>
<p>Einkaufsleiter domoVino</p>
<p>P.S. vielen Dank an Hannes für die Organisation dieser schönen Probe</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></description>
			</item>
		<item>
		<title><![CDATA[90 LaLa - die dritte Begegnung mit einer Legende]]></title>
		<link><![CDATA[http://www.domovino.de/blog/?p=203]]></link>
		<comments><![CDATA[http://www.domovino.de/blog/?p=203#respond]]></comments>
		<pubDate>Mon, 27 Aug 2012 22:37:07 +0000</pubDate>
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			<description><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Wein-Insider verstehen unter "LaLa" nicht etwa so Banales, wie einen neuen Casting-"Hit" von Dieter Bohlen, sondern die drei Einzellagen von der Côte-Rôtie des Hauses Guigal in Ampuis, mit das Beste, was man in Weinflaschen finden kann. In diesem Fall geht es um den la Mouline, die älteste - seit 1969 gibt es ihn - der drei Weinlegenden. La Landonne kam 1978 und la Turque 1985 erstmals auf den Markt. Hätte ich die Wahl, sie würde stets auf den Mouline fallen, da er, vermutlich durch seinen kleinen Anteil der weißen Viognier-Rebe, exotischer und duftiger ausfällt, als seine beiden Stallgefährten aus 100% Syrah.</p>
<p style="text-align: justify;">Dem 1990er Côte-Rôtie la Mouline bin ich in den letzten zwei Jahrzehnten drei Mal begegnet, worüber ich durchaus dankbar bin.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong><em><a href="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/08/P1130334.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-213" title="P1130334" src="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/08/P1130334-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>1990 la Mouline:</em></strong> die überwältigendste Nase, die ich kenne! Starke Raucharomen, Toast, grüner Pfeffer und viel Bums in der Frucht. Ein Konzentrat am Gaumen, natürlich viel zu jung, trotzdem schon Respekt einflößend. In 15 Jahren legendär! Juni 1994</p>
<p style="text-align: justify;"><strong><em>1990 la Mouline:</em></strong> recht dunkle Farbe, jung aussehend. Feineres Bouquet als beim daneben probierten 1986er la Landonne aus gleichem Hause, ist noch nicht so weit entwickelt und satter in der Frucht. Körperreich, lang und opulent, fast sättigend in seiner konzentrierten Art. Zum jetzigen Zeitpunkt war es eigentlich schade um die Flasche. 2001-2015 trinken. August 1997</p>
<p style="text-align: justify;"><strong><em>1990 la Mouline:</em></strong> reifere Farbe, bräunlicher Wasserrand. Von der einst so faszinierenden Nase ist frisch geöffnet wenig übrig, der Geruch ist sehr reif, erinnert an einen alten Holzschrank, nicht unähnlich wie bei einem (zu) alten Bordeaux, allerdings noch mit leichter Süße unterlegt. Mit weiterem Luftkontakt zeigt sich auch ein Hauch grüner Pfeffer, das typische Guigal-Aroma. Die etwas dumpfen Noten werden immer weniger. Das ist wirklich faszinierend, nach 25 Minuten ist die „Alter Schrank-Nummer“ nicht mehr wahrnehmbar. Er scheint sich an der Luft allmählich aus dem Muff der jahrelangen Isolation in der Flasche zu pellen, wie ein Küken aus dem Ei, beginnt zu leben, richtig aufzublühen. Die Konzentration beeindruckt, „süßer“ Extrakt, griffige reife Tannine, enorm lang! Ist vermutlich der eleganteste Kraftprotz, den ich geschmeckt habe. Die Balance auf höchstem Niveau ist einfach ein Hammer: Extrakt, Tannin, Körper, Frucht, Reife und sogar etwas Säure vereinen sich zu einem perfekten Ganzen. Das Wahnsinnsaroma bleibt wirklich eine volle Minute lang am Gaumen haften. Ein Wein, der einen die Umgebung vergessen lässt, den Genießer voll in seinen Bann zieht. Ich denke er ist jetzt auf seinem Höhepunkt, beeilen muss man sich trotzdem nicht, denn was sich an der Luft so positiv entwickeln, hat auch noch viel Zeit in der Flasche. 20/20 Punkte! August 2012</p>
<p style="text-align: justify;">Mein Lieblingszitat zum la Mouline stammt vom <a href="http://www.wineterminator.com/" target="_blank">Weinterminator</a>, auch wenn damit den 1978er und nicht den 1990er meinte, dem er "nur" 99+/100 Punkten gibt: „Ein Wein, der sprachlos macht und für den die 100/100 fast eine Beleidigung sind.“</p>
<p style="text-align: justify;">Frank Rembold</p>
<p style="text-align: justify;">Einkaufsleiter der domoVino</p>
<p style="text-align: justify;">
]]></description>
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		<title><![CDATA[Essbare Kunstwerke aus der Region - Das Essigbrätlein]]></title>
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		<pubDate>Mon, 20 Aug 2012 17:25:06 +0000</pubDate>
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			<description><![CDATA[<p>Hinter der traditionellen Fassade des „ESSIGBRÄTLEINS“ vermutet man auf den ersten Blick eher eines der unvermeidbaren Bratwurstlokale der Nürnberger Altstadt. Das historische Gebäude soll das älteste Restaurant Nürnbergs sein und ist gleichzeitig das wohl modernste, innovativste und den Weg weisende unter den Sternerestaurants Deutschlands. Der Gault Millau meint: "Koch des Jahres 2012 / 18/20 Punkte, der Guide Michelin vergibt 2 von 3 Sternen.</p>
<p>Gekocht wird hier nahe der Vollkommenheit, vorwiegend mit regionalen Produkten. Konservativ gesinnte Zeitgenossen, für die Feinschmecken ohne Hummer, Austern und Koberind nicht denkbar ist, sind hier fehl am Platz.</p>
<p>Bei dem 6-gängigen Menu, eingerahmt durch die drei vorzüglich auf Dreizackgabeln präsentierten Amuse-Guelles und Schokoladenvariationen zum Kaffee, waren zwei Gänge sogar komplett vegetarisch. Vermisst habe ich dabei jedenfalls nichts, im Gegenteil: was Küchenmeister Andree Köthe und sein Team unter dem Titel „Gewürzküche“ auf die Teller zauberte, ist schlicht atemberaubend.</p>
<p>Die dazu angebotene Weinbegleitung war perfekt auf die Aromen der Speisen abgestimmt und ist unbedingt zu empfehlen, um den Genuss abzurunden.</p>
<p>Zur selbst geräucherten Bachforelle mit Stachelbeeren (inkl. Rettich, hauchzarter Champignonscheibe und Sellerie) gab es einen 2011 Sauvignon Blanc vom fränkischen Weingut Luckert. Die leicht grünen Sauvignon Aromen fanden sich in den Stachelbeeren des Gerichts wieder, auch vom passenden Gewicht des Weines her, ein 100%er! Das Gericht brillierte besonders im Zusammenspiel aller Komponenten.</p>
<p><a href="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/08/P11301623.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-165" title="P1130162" src="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/08/P11301623-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Was man aus dem von mir wenig geliebten Kohlrabi zaubern kann, zeigte der zweite Gang: der 2010er Macon-Verze der berühmten Domaine Laflaive passte mit seinen leichten Gemüsenoten ideal zu den beiden Kohlrabivarianten mit weißem Mohn.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: left;">Der Saibling mit Blumenkohl badete in einem köstlichen Tomatensüppchen. Der Blumenkohl war kurz im Ofen gegart worden und hatte einen <a href="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/08/P11301663.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-187" title="P1130166" src="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/08/P11301663-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>tollen Biss. Der 2011er Weißburgunder begleitete den Gang gut, hob den Genuss aber nicht in gleichem Masse an, wie seine beiden Vorgänger zu den jeweiligen Gerichten. Tomate und Wein ist auch eine schwierige Disziplin, unter Berücksichtigung, dessen war’s trotzdem gut ausgesucht.</p>
<p style="padding-left: 120px;">Die Kartoffelscheiben mit Grapefruit waren umwerfend! Ein strahlendes Feuerwerk an Aromen in bester Balance. Auch hier: am besten das gesamte <a href="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/08/P1130167.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-167" title="P1130167" src="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/08/P1130167-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Kochkunstwerk in den Mund und alle Komponenten mit sich spielen lassen. Wow! Ach ja, Wein gab es auch dazu: 2009 Riesling Großes Gewächs „Hölle“, Weingut Künstler – ein wenig dünn für ein "Großes Gewächs" aus gutem Jahr, aber das geht mir mit den Künstler-Weinen meistens so. Passte mit seinem „Rheingau - nicht so ganz trocken Stil“ sehr gut zu den Grapefruitaromen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Taube mit roter Beete hatte es sich auf einer getränkten Brotscheibe gemütlich <a href="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/08/P11301682.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-170 alignleft" title="P1130168" src="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/08/P11301682-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>gemacht, wie nicht anders erwartet, war alles perfekt gewürzt und gebraten, dazu die traumhafte Kombination mit der roten Beete! Geht nicht besser! Der blutjunge 2005er Bordeaux aus Blaye hatte einen zu komplizierten Namen, dass ich mir das gemerkt hätte. Obwohl er gut war, hätte ich hier gerne ein qualitatives Upgrade gehabt. Die Begleitung zur Taube war trotzdem sehr gut.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Unter dem Titel „Grüne Tomaten mit Eisenkraut“ firmierte das Dessert. Eis aus grünen <a href="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/08/P1130171.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-171" title="P1130171" src="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/08/P1130171-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Tomaten! Umwerfend köstlich und nach Nachschlag verlangend. Eigentlich hätte ich die letzten drei Gänge gleich noch mal wiederholen wollen. Auch der Süßwein vom Weingut Frey/Pfalz passte bestens.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Gratulation an Küche und Sommelier, natürlich auch an den aufmerksamen und unaufdringlichen Service. Dieser Restaurantbesuch wird mir lange in bester Erinnerung bleiben. Frank Rembold - Einkaufsleiter &amp; Testesser der domoVino<a href="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/08/P1130161.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-172" title="P1130161" src="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/08/P1130161-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a></p>
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]]></description>
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			<title><![CDATA[Essbare Kunstwerke aus der Region - Das Essigbrätlein]]></title>
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		<title><![CDATA[THC – ein großartiger Stoff!]]></title>
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		<pubDate>Mon, 06 Aug 2012 16:50:58 +0000</pubDate>
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			<description><![CDATA[<p>Gemeint ist hier natürlich Château Tour Haut-Caussan, Médoc Cru Bourgeois. Ein Weingut Kultstatus, zumindest bei mir, denn er schmeckt meist nach wesentlich mehr, als er kostet.</p>
<p><a href="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/08/IMG_8325.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-148" title="IMG_8325" src="http://www.domovino.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/08/IMG_8325-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a> Mit dem 1990er Chateau Tour-Haut-Caussan hatte ich von Mai 1995 bis Anfang 2006 immer wieder viel Spaß im Glas. Ein „geiler“ Preis-Genuss Bordeaux. Längst waren meine ursprünglichen Lagerbestände getilgt, da ergab sich neulich die Gelegenheit noch eine Flasche zu erwerben. Zugegriffen, geöffnet: reiferes granatrot mit orangebraunem Rand. Süße Schokonase mit feiner Reife, ätherische und balsamische Noten, Dörrfrüchte. Viel Dampf im Extrakt, sehr langes und bestens balanciertes Finale, perfekt ausgereift und dennoch auch noch lange auf diesem Niveau bleibend. Der hat wirklich eine bemerkenswerte Klasse für ein Médoc Cru Bourgeois. Er zeigt sich nobel und selbstbewusst, scheint einem sagen zu wollen: werft antike Klassifikationen, angebliche Terroirnachteile und sonstigen Wein-Aberglauben über den Haufen. Riecht, schmeckt, analysiert und genießt was hier im Glas ist! Ich bin ein nobler Médoc, was eigentlich gar nicht existieren dürfte, glaubt man der Legende der angeblich so rustikalen Weine dieser AOC. „Cru Bourgeois sind nicht lange lagerfähig“ ist noch so eine immer wieder gehörte und gelesene Unwahrheit, dieser Wein ist 22 Jahre alt und kein Bisschen müde!</p>
<p>Für mich ist das einfach perfektes Handwerk eines tollen Winzers. Punkt – aus. 18/20. Fazit: Bordeaux ist günstig - wenn man weiß, was man kauft!</p>
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